Der Jonker-Plan mit Mario Gomez.
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Der Jonker-Plan mit Mario Gomez. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Neuer Trainer, neues System: Der Jonker-Plan mit Gomez

Der Holländer kennt den Stürmer aus München

Louis van Gaal (65) und Arsène Wenger (67) gehörten zu den ersten Gratulanten für den neuen Job.

Die große Fußball-Welt hat Respekt vor Andries Jonker (54). Dabei war der neue Trainer des VfL Wolfsburg (Vertrag bis 2018) noch nie über einen längeren Zeitraum Chefcoach in einer großen Liga. SPORT BILD erklärt, warum gerade der Holländer den VW-Klub retten soll.

Auf die Frage, welches Wort ihn am besten charakterisiert, antwortet er: „Klarheit.“ Der Holländer war jahrelang Co-Trainer von van Gaal – und tickt ähnlich. Jonker macht die Ansagen, die Spieler müssen ihm folgen und bekommen glasklare Aussagen. Die können mitunter etwas zu ehrlich sein.

Jonker hat eine Linie!

„Wir haben nur einen guten Fußballer in unseren Reihen. Das ist Diego“, sagte Jonker zu den Spielern in seiner Zeit als Wolfsburger Co-Trainer (2012 – 2014). Deutlich war auch die E-Mail, die er nach seiner Trennung von den Bayern an den Klub schrieb. Seine Abrechnung klang unter anderem so: „Ich fühle mich verarscht.“ Oder: „Das war einfach das Letzte.“

Das typisch holländische 4-3-3 ist sein Lieblings-System. Das empfahl er auch als VfL-Co-Trainer in Besprechungen immer wieder seinen Chefcoaches. Eine Taktik, die gut für Mario Gomez (31) wäre. Der Mittelstürmer war zuletzt vom entlassenen Trainer Valérien Ismaël aus der Startelf geworfen worden.

Mit Jonker verbindet ihn eine spezielle Beziehung. Zu gemeinsamen Bayern-Zeiten arbeitete Co-Trainer Jonker immer wieder allein mit Gomez. „Aus einem guten Torjäger wurde so ein kompletter Stürmer“, sagte Jonker nach Gomez’ bisher bester Bundesliga-Saison 2011 mit 28 Treffern.

Da Jonker nun Chef ist, soll den Job des Individual-Trainers beim VfL ein anderer übernehmen. Als Assistenten für diesen Bereich hat der Holländer den früheren Weltklasse-Spieler Fredrik Ljungberg (39) engagiert.

Andries Jonker (r.) mit seinem Co-Trainer Fredrik Ljungberg. Andries Jonker (r.) mit seinem Co-Trainer Fredrik Ljungberg. Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Was Jonker nicht aus der Hand gibt, wird die Taktik sein. Er gilt als Fuchs. Für seine Chefs von van Gaal bis Dieter Hecking schnitt Jonker Taktik-Videos zusammen, beschäftigte sich tagelang mit Gegnern. Selbst in brenzligen Situationen appellierte er oft, offensiv spielen zu lassen.

Wolfsburg vor dem Abstieg zu retten – das ist die erste Aufgabe von Jonker. Langfristig soll er aber auch bei der Neuausrichtung des VfL helfen. Es soll mehr auf Talente und die Entwicklung junger Spieler gesetzt werden. Das passt. Jonker arbeitete die Philosophie der berühmten Fußball-Schule von Ajax Amsterdam mit aus. Und der VfL eiste ihn von Arsenal London los, wo er seit 2014 die Nachwuchs-Akademie leitete.

„Er hat viel Erfahrung damit, Nachwuchskonzepte zu entwickeln. Er hatte eine Schlüsselrolle bei der Konzeptionierung der Nachwuchsförderung in den Niederlanden eingenommen, die nun so viele starke Spieler hervorbringt“, lobt Arsenal-Trainer Wenger.

Jonker sagt: „Eine meiner ersten Fragen, als Wolfsburg mich angerufen hatte, war: Habt ihr noch immer so viele Talente? Ich hörte, es ist so. Ich öffne den Jungs die Türen. Sie können mit meiner Unterstützung rechnen.“ Sätze, die VW sicherlich gerne hört.