Was macht eigentlich „Manni“ Manfred Kaltz?
Was macht eigentlich „Manni“ Manfred Kaltz? Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Was macht eigentlich „Manni“ Manfred Kaltz?

Im 20. Teil unserer Serie „Was macht eigentlich...?“ stellen wir den ehemaligen HSV-Profi vor

Denkt man an Manfred Kaltz, kommt einem sofort ein Zitat in den Sinn: „Manni Flanke, ich Kopf, Tor!“

So beschrieb Horst Hrubesch, der mit Manni Kaltz beim HSV auf Torejagd ging, das Zusammenspiel der beiden ehemaligen Nationalspieler.

Manfred Kaltz flankte und Horst Hrubesch köpfte den Ball ins Tor, so einfach war das beim HSV in den 80er Jahren. Während Horst Hrubesch im Sturmzentrum zu finden war, ackerte Manfred Kaltz auf der rechten Außenbahn, wo er die „Bananenflanke“ quasi erfunden hatte.

Manni Kaltz setzt zur Bananenflanke an. Manni Kaltz setzt zur Bananenflanke an. Quelle: Getty All rights reserved.

„Man muss wissen, dass man solche Flanken trainieren kann. Üben, üben, üben“, erklärte er in einem Interview mit der WELT.

Aus dem pfälzischen Altrip zog es den damals 17-Jährigen nach Hamburg, wo er schnell zum Dauerbrenner und auch Nationalspieler wurde. Er verwandelte die meisten Elfmeter (53) der Bundesligageschichte und auch mit dem HSV lief es rund: Drei Meisterschaften, zwei DFB-Pokalsiege und zwei Europacup-Erfolge gab es mit den Hanseaten zu feiern. Kein HSV-Spieler hat mehr Titel gesammelt als der Verteidiger.

1983 holte Kaltz mit dem HSV den Europapokal der Landesmeister 1983 holte Kaltz mit dem HSV den Europapokal der Landesmeister All rights reserved.

1991 beendet der Verteidiger seine Bundesligakarriere als HSV-Rekordspieler nach 581 Einsätzen, in denen er 76 Treffer erzielte. Nur Charly Körbel (Frankfurt) kam auf mehr Partien (602). Dennoch bekam er nie ein Abschiedsspiel.

„Das lag an den handelnden Personen. Jürgen Hunke war Präsident, ich weiß aber nicht genau, warum es nicht geklappt hat.“ Vielleicht lag es auch an einem von ihm aufgestellten Negativrekord: Sechs Mal traf Kaltz ins eigene Tor. Das ist einsamer Spitzenwert in der Bundesliga...

Seit 2002 gibt er seine Erfahrungen in einer Fußballschule an den Nachwuchs weiter. „Ich habe genug zu tun mit meiner Fußballschule. Gerade bin ich in Südtirol, danach an der Ostsee, wo ich acht- bis 16-jährige Jungs trainiere."

Und wenn er sich nicht gerade um den Fußballnachwuchs oder seine Immobilien kümmert, spart Kaltz ganz nebenbei nicht mit Kritik an seinem ehemaligen Verein:

„Die Probleme sind doch hausgemacht. Nun ist man in der Situation, dass man auf einen Gönner wie ihn angewiesen ist. Aber ich sage auch ganz klar: Ohne Herrn Kühne wäre der Klub längst tot. Ohne ihn geht nichts. Für den Verein ist er überlebenswichtig. Und es waren vorher ja auch genug Experten am Werk, die jahrelang das Geld verbraten haben. Besser geworden ist nichts.“

Erfolge

  • Europameister 1980 mit Deutschland
  • Vize-Weltmeister 1982 mit Deutschland
  • Europapokal der Landesmeister 1983 mit dem Hamburger SV
  • DfB-Pokalsieger 1976 und 1987 mit dem Hamburger SV
  • Europapokal der Pokalsieger 1977 mit dem Hamburger SV
  • Deutscher Meister 1979, 1982 und 1983 mit Hamburger SV
  • 581 Bundesligaspiele (76 Tore)  

Bisher erschienen sind in unserer Serie „Was macht eigentlich...?“: