Stefan Schnoor für den VfL Wolfsburg
Stefan Schnoor im Einsatz bei seiner letzten Bundesliga-Station VfL Wolfsburg / Quelle: Getty / All rights reserved.

Was macht eigentlich „Dickie“ Stefan Schnoor?

Im 19. Teil unserer Serie „Was macht eigentlich...?“ stellen wir den ehemaligen HSV- und Wolfsburg-Profi vor

Eigentlich wollte der 1,80-Mann aus Neumünster lieber Polizist oder Pilot werden. „Das fand ich witziger“, sagte Stefan Schnoor mal in einem transfermarkt.de-Interview. Und so klar sah es anfangs auch wirklich nicht aus mit der Fußballkarriere. Schließlich sagten ihm alle Jugendtrainer: „Alle schaffen den Schritt zum Profi, aber Du nicht.“ ABER - 462 Profi-Spiele später blickt Schnoor auf eine dann doch ganz ordentliche Fußballprofi-Karriere zurück, mit den Stationen HSV, Derby County, Wolfsburg, Holstein Kiel und zu guter Letzt noch Germania Schnelsen.

Los ging alles in Hamburg. Schon in der Jugend kickte Klein-Stefan für die „Rothosen“, erlernte sein ganzes Verteidigungsrepertoire. 1991 schaffte er den Sprung ins Profiteam. Doch Eigengewächse haben es manchmal schwerer als andere. Das musste auch Schnoor erfahren: „Beim HSV bin ich eben nie über das Lehrling-Image hinausgekommen.“ Oft verkannt, manchmal übergangen, aber in der Not war der Abwehrspieler immer da. Irgendwann war die Zeit endgültig reif für einen Wechsel - und reif für die Insel!

Im Sommer 1998 heuerte Schnoor bei Derby County in der Premier League an und erlebte als England-Neuling die beste Grätsche seiner Fußballer-Laufbahn. Auf „Blog trifft Ball“ erzählte Schnoor: „Wir haben mit Derby County zu Hause gegen Manchester United gespielt. Ich hatte im Mittelfeld den Ball und wollte gerade den Ball abspielen, da fegt mich von hinten einer um. Und da war das Roy Keane. Der dann zu mir sagte: 'Ey, du deutsches Arschloch. Herzlich willkommen. So wird in England Fußball gespielt.'“

2001 fühlte sich der Verteidiger nicht mehr wohl in England und kehrte zurück in die Bundesliga: Fünf Jahre verteidigte er für den VfL Wolfsburg. Eigentliche Endstation war Holstein Kiel 2007 in der Regionalliga. Doch nach einer dreijährigen Pause konnte ein Freund Ex-Profi Schnoor 2010 nochmal für 15 Spiele beim Oberligisten TuS Germania Schnelsen aktivieren.

Außerhalb des Rasens war und ist Schnoor in verschiedenen Tätigkeiten zu sehen. Nicht als Coach - obwohl er die Lizenzen aufweisen kann. Die BILD berichtete, dass Schnoor im Januar 2010 zusammen mit seinem damaligen Partner Marco Schindelhauer und der Vermarkungs-Agentur „kick and rush“ in die Insolvenz schlitterte. Erfolgreicher läuft es für ihn als Experte bei Sport1 und hin und wieder wird er als Spielerberater aktiv für die Match Marketing Group. Auch hierfür besitzt er die Lizenz.

Ganz regelmäßig ist der Mann mit dem großen Herz bei Benefiz-Veranstaltungen anzutreffen. So zum Beispiel 2016 bei einer Aktion des Deutschen Kinderhilfswerks im Rahmen des Hero Cups 2016 in Hamburg. Mit der Kampagne #NameChanger setzten sich neben Schnoor weitere bekannte Fußballer wie Christoph Metzelder, Richard Golz, Ivan Klasnic ein Zeichen gegen Kindermobbing. Auf den Trikots der Spieler standen nicht ihre echten Namen, sondern Spitznamen, mit denen sie früher gehänselt wurden. Und wie wurde Schnoor dereinst auf dem Schulhof gerufen? „Dickie“!

 

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