Geheimklausel! Geht Bobby Wood im Sommer?
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Geheimklausel! Geht Bobby Wood im Sommer? Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Geheimklausel! Geht Bobby Wood im Sommer?

Der Stürmer hat einen neuen Berater

Es kommt häufig vor, dass Fußball-Profis ihr Trikot schon auf dem Weg zur Kabine ausziehen und ihren Oberkörper in Szene setzen. Als Hamburgs Stürmer Bobby Wood (24) am Sonntag kurz vor der Umkleide sein Shirt verschenkte, legte er einen Grund für seine Stärke frei: die Bauchmuskulatur fest wie Beton, die Schultern mächtig, die Oberarme stark.

Wood ist eine Maschine. 1,80 Meter groß, 83 Kilo Power. Dank dieses Körpers kann er sich in höchstem Tempo und im Strafraum so gut behaupten. Wie am Sonntag, als er sich den Ball wenige Meter vor dem Tor zurechtlegte, auch von Gladbachs Abwehr-Kante Jannik Vestergaard (24) nicht zu stoppen war und das Siegtor zum 2:1 schoss.

Rettet der Beach-Boy den HSV?

Es war der neunte Pflichtspieltreffer des US-Nationalspielers, der auf Hawaii aufgewachsen ist. Der Stürmer ist in der Form seines Lebens. „Bobby bringt seit Wochen stabile Leistungen“, lobt HSV-Manager Jens Todt (47). Wood ist genau der Stürmer, den Hamburg für sein direktes Spiel in die Spitze braucht: schnell, robust, beidfüßig. Er hält den Klub am Leben!

Gleichzeitig macht Wood Werbung für den nächsten Karrieresprung. Regelmäßig sitzen die Scouts anderer Klubs auf der Tribüne. Todt sagt: „Es gibt keinerlei Anfragen.“ Trotzdem sollten in Hamburg die Alarmglocken schrillen. Montag gab Wood bekannt, dass er nun von der größten deutschen Spielerberater-Agentur Sports Total (u. a. Toni Kroos, Marco Reus) vertreten wird.

Eine Ausstiegsklausel aus dem Vertrag bis 2020 hat er für den Sommer auch. Ablöse: knapp über 10 Mio.

Es läuft für Wood. „Jeder Spieler macht seine Entwicklung. Ich auch“, sagt er bescheiden. „Ich habe das Vertrauen der ganzen Mannschaft. Das ist ein gutes Gefühl.“ Was nach einer Phrase klingt, ist das zweite Geheimnis der Leistungsexplosion.

Wood musste sich immer durchbeißen, immer kämpfen. Im Alter von 14 Jahren kam er nach Deutschland. Nur in den ersten Wochen begleitete ihn die Mutter bei 1860 München. Dann musste er sich alleine behaupten. In der Jugend galt der schnelle Stürmer zwar als Top-Talent. Aber bei den Löwen-Profis hatte er nie eine Lobby.

Anfang 2015 ließ er sich nach Aue ausleihen – und spürte die Rückendeckung. Drei Tore in den ersten fünf Spielen. 1860 wollte ihn trotzdem nicht zurück, Union Berlin schlug für 800 000 Euro zu. 2015/16 traf er 17-mal in der 2. Liga. Der HSV holte ihn für 3,5 Millionen Euro Ablöse. Es war der letzte Transfer von Ex-Manager Peter Knäbel. Wahrscheinlich sein bester für Hamburg.

Aber auch bei Trainer Markus Gisdol (47), der nach fünf Spieltagen von Bruno Labbadia übernahm, musste Wood sich das Vertrauen neu erkämpfen. Bis zur Winterpause ließ der ihn nicht ein einziges Mal 90 Minuten spielen. Erst jetzt scheint er gesetzt zu sein – als Einzelkämpfer an vorderster Front. Für die Rettung.