Uli Hoeneß: Seine Pläne mit dem FC Bayern München.
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Uli Hoeneß: Seine Pläne mit dem FC Bayern München Quelle: Getty Images / All rights reserved.

Uli Hoeneß: Seine Pläne mit dem FC Bayern München

Er macht sich bereits Gedanken über die Zukunft

Auf der Hochzeit von Bastian Schweinsteiger (31) war Uli Hoeneß (64) vergangene Woche nicht. Der einstige Bayern-Präsident und Aufsichtsratschef hatte Wichtigeres zu tun. Diese Woche wird er über seine Rückkehr zum FC Bayern entscheiden.

Nur ein Gespräch trennt Hoeneß noch von der Bekanntgabe seines Comebacks. Bereits Ende November hatten Amtsinhaber Karl Hopfner und Vorgänger Hoeneß vereinbart, sich nach ihren Urlauben zu einem Vieraugen-Gespräch zusammenzusetzen.

Nun ist es so weit. Bis Ende des Monats soll das Ergebnis der Unterhaltung, das zunächst dem Verwaltungsbeirat mitgeteilt wird, offiziell gemacht werden. Niemand im Klub zweifelt daran, dass Hoeneß sich im Herbst bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen wird.

SPORT BILD weiß: Hoeneß strebt grundsätzlich die Rückkehr an. Nur eine kleine Hürde gilt es dafür noch zu überwinden. Hoeneß will nicht nur Präsident, sondern auch Aufsichtsratschef werden. Und dies ist Inhalt des Gesprächs zwischen Hoeneß und Hopfner!

„Falls Uli sich für eine Kandidatur entscheidet, bleibe ich dabei, dass ich für ihn meinen Platz frei mache“, hatte Hopfner Anfang des Jahres in SPORT BILD bekräftigt. Hopfner ist aktuell Präsident sowie Aufsichtsrat. Seine Amtszeit wurde bereits bei seiner Wahl im März 2014 auf zwei statt der üblichen drei Jahre ausgelegt, sodass sie Ende dieses Jahres ausläuft. Hoeneß kann sich dann erneut zum Klub-Präsidenten wählen lassen, wie er es vor seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung bereits von 2009 bis 2014 war.

Offen ist indes noch, ob Hopfner auch den Posten als Aufsichtsratschef frei macht. Zu einer vermeintlichen Ämterteilung hatte Hopfner mitgeteilt: „Es steht in unserer Klub-Satzung, dass der Präsident als Mehrheits-Aktionär automatisch Mitglied im Aufsichtsrat ist. Wer aber den Vorsitz führt, entscheidet allein der Aufsichtsrat.“ Heißt: Auch als Vize-Präsident wäre Hopfner für den Chefposten im Aufsichtsrat wählbar.

Hoeneß wiederum weiß natürlich: Nur mit dem Vorsitz im obersten AG-Gremium hat er die Macht über die Fußball-Abteilung, um große Entscheidungen durchzusetzen. Und diese stehen derzeit bei Bayern an!

Den Rückzug von Matthias Sammer als Sportvorstand beim FC Bayern wickelten Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Hoeneß bereits gemeinsam ab. Hoeneß hatte Sammer einst zum FC Bayern geholt. Dass nun als Nachfolger Gladbach-Sportdirektor Max Eberl gehandelt wird, wie SPORT BILD exklusiv vermeldet hatte, ist nur folgerichtig. Hoeneß und Eberl verbindet ein gewachsenes Verhältnis. Eberl würde allerdings wohl anders als Sammer eher auf der Direktoren- als auf der Vorstandsebene beim FC Bayern eingeflogen werden.

An der Spitze sollen wie zu vergangenen Zeiten Vorstandsboss Rummenigge und Aufsichtsratschef Hoeneß die Geschicke des Klubs bestimmen. Mit Philipp Lahm haben beide einen Nachfolger für die Zukunft im Blick. Dringlicher ist aber eine andere Zukunftsentscheidung.

Im kommenden Jahr soll das Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern eingeweiht werden, wo künftig die Jugendmannschaften von der U 9 bis zur U 19 auf acht Fußballplätzen und in einer Multifunktionshalle trainieren werden. Intensiv gesucht wird derzeit nach einem Leiter der Akademie.

Nach SPORT BILD-Informationen sind die Ex-Profis Willy Sagnol, Hasan Salihamidzic und Jens Jeremies im Gespräch. Alle sind Ex-Spieler der Münchner Champions-League-Sieger von 2001. Das Trio hatte Hoeneß einst in einen so getauften „Think Tank“ berufen, um sich mit ihnen über Klub-Ideen auszutauschen.

In der Jugendabteilung, in der Hoeneß während seiner Bewährungsstrafe arbeitete, wurde bereits kräftig umgekrempelt, und  viele Trainer mussten gehen. Nun soll der nächste Schritt erfolgen. In spätestens zwei, drei Jahren will Hoeneß die ersten Früchte dieser Arbeit ernten, damit es auch in Zukunft in der Profi-Mannschaft wieder Eigengewächse wie Lahm und Thomas Müller gibt.

Zuvor soll mit Hoeneß aber das Urgestein des Klubs zurückkehren.

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