Sportdirektor Max Eberl plant Gladbachs neue Saison
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Sportdirektor Max Eberl plant Gladbachs neue Saison. / Quelle: Getty / All rights reserved.

Eberl: „Wir sind sehr gut aufgestellt!“

Der Sportdirektor über Gladbachs Zukunft

Von Heiko Ostendorp

Sportdirektor Max Eberl erklärt, was sich in Mönchengladbach ändert und was ihn ärgert

Sport Bild: Herr Eberl, Sie haben mit Vincenzo Grifo für sechs Mio. Euro aus Freiburg bisher erst einen Spieler verpflichtet, mit Otto Addo und Andreas Schlumberger aber zwei Leute in den Trainerstab geholt, weitere Mitarbeiter sollen folgen. Warum?

Max Eberl (43): Wir haben uns Gedanken gemacht, woran es lag, dass wir in der entscheidenden Phase der Saison nie unseren kompletten Kader zur Verfügung hatten. Das ganze Jahr hatten wir zu viele Verletzte. Im medizinischen Bereich wollen wir uns verbessern. Wir haben dort zwar Qualität, aber Probleme bei der Quantität und Koordinierung, deshalb rüsten wir in Person von Andreas Schlumberger auf.

Wieso braucht es denn einen weiteren Co-Trainer? 

Wir wollten jemanden finden, der sich ausschließlich um junge Talente wie Benes, Doucouré, Simakala oder Ndenge kümmert und deren Qualität steigert, damit sie ganz oben ankommen. Addo wird im Lizenzspielerbereich angestellt, aber in Abstimmung mit Nachwuchschef Roland Virkus an der Schnittstelle zum Toptalente-Bereich arbeiten.

Welche Note würden Sie Borussia für die abgelaufene Saison geben? 

(überlegt) Vielleicht eine 2-. Wir hatten vor der Saison drei Ziele: einen einstelligen Tabellenplatz, europäisch überwintern und im Pokal so weit wie möglich kommen. Das haben wir alles erreicht, obwohl wir in der Winterpause mit 16 Punkten nur 14. waren.

Europa wurde verpasst, in den Pokal-Wettbewerben gegen Schalke und Frankfurt ließ man zwei große Chancen liegen ...

Das stimmt, wird mir aber zu sehr in den Vordergrund gerückt. Wir haben mit 28 Punkten die zweitbeste Rückrunde der letzten 20 Jahre gespielt und sind neben Bayern und Dortmund der einzige Klub, der in den letzten sechs Jahren immer einstellig war! Was man einmal erreicht hat, ist morgen schon Standard, aber das mache ich nicht mit. Ich bin zuletzt oft dafür belächelt worden, nur weil ich die Realität genannt habe, das ärgert mich.

Es gab Zoff mit den Fans wegen der zu hohen Erwartungen.

Wenn man einmal Honig geschlürft hat, will man ihn immer schlürfen. Aber das ist bei Borussia nicht die Normalität. Wir haben zuletzt Gespräche mit der Fanszene geführt, und ich glaube, dass die große Basis – 90, 95 Prozent – sehr zu schätzen weiß, was wir hier aufgebaut und geleistet haben. Leute, die nur kommen, wenn es gut läuft, und schneller unzufrieden sind, gibt es überall.

Leverkusen, Schalke, Wolfsburg haben geschwächelt, mit Stuttgart und Hannover kommen zwei starke Aufsteiger. Wird es noch schwerer für Gladbach?

Ich habe nie behauptet, dass es in der Bundesliga einfach ist, unsere Ziele zu erreichen. Aber ich habe auch überhaupt keine Angst. Weil ich weiß, dass wir sehr gut aufgestellt sind. Und wir werden versuchen, uns weiter zu verstärken.

Müssen Sie Ersatz für Josip Drmic holen, dessen Knieverletzung schlimmer zu sein scheint?

Er beginnt jetzt mit der Reha und will zum Saisonstart auf dem Platz stehen. Alles Weitere müssen wir dann abwarten.

Xhaka gewann mit Arsenal den FA-Cup, ter Stegen mit Barcelona die Copa del Rey, Reus mit Dortmund den DFB-Pokal. Was haben Sie gedacht?

Zunächst habe ich gedacht, dass wir mit Reus, Xhaka und ter Stegen wohl auch den Pokal gewonnen hätten (lacht). Dann habe ich mich einfach nur gefreut, weil alle drei tolle Jungs und großartige Spieler sind. Es macht mich stolz, dass sie bei uns zu dem wurden, was sie heute sind.