Ousmane Dembélé hat beim BVB noch einen Vertrag bis 2021
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Ousmane Dembélé kam 2016 für 15 Mio. Euro aus Rennes nach Dortmund. Sein Vertrag läuft noch bis 2021 / Quelle: Getty / All rights reserved.

Bosz: Dembélé ist sein erster Härtefall

Dortmunds neuer Trainer muss den Überflieger einfangen. Dessen Berater bietet den Spieler in halb Europa an

Von Heiko Ostendorp und Christian Falk

So richtig legt Peter Bosz (53) erst am kommenden Samstag los. Dann startet er mit individuellen Leistungstests seinen neuen Job bei Borussia Dortmund. Ende letzter Woche traf sich der Niederländer zum dritten Mal nach seiner Unterschrift mit den Bossen Hans-Joachim Watzke (58) und Michael Zorc (54). Und merkte bereits, dass seine kommende Aufgabe nicht einfach wird.

Während seines Urlaubs auf Curaçao (Karibik) hatte er sich jede Menge DVDs seiner Mannschaft angeschaut. In den kommenden Wochen will er sich nun auf dem Platz ein genaues Bild seiner Spieler machen, zum Trainingslager im schweizerischen Bad Ragaz (ab 26. Juli) soll der komplette Kader stehen.

Wie SPORT BILD berichtete, spricht vieles dafür, dass Pierre-Emerick Aubameyang (28) den BVB noch Richtung China verlassen wird. Diese Entscheidung wird Bosz schon bis zum 14. Juli haben, denn dann schließt in Fernost der Transfermarkt. Sollte der Torschützenkönig der abgelaufenen Saison (31 Treffer) gehen, wird der neue Trainer ihn mit einem Perspektiv-Stürmer oder sogar mit einer internen Lösung (André Schürrle, Alexander Isak, Mario Götze) ersetzen.

Keinesfalls gehen soll dagegen Ousmane Dembélé (20) – doch der französische Überflieger wird zum ersten Härtefall für Bosz. Denn Dembélés Umfeld sorgt im Hintergrund für mächtig Unruhe. Immer wieder ploppen Gerüchte auf, wonach nahezu alle europäischen Top-Klubs den Dortmunder Dribbelkönig verpflichten wollen: Barcelona, Bayern, Chelsea, Paris, Real, Manchester City, Manchester United. „Wir wissen, dass zahlreiche Vereine an Ous interessiert sind, das ist eine Anerkennung für seine guten Leistungen in der abgelaufenen Saison“, sagt sein Berater Moussa Sissoko unbescheiden. Doch SPORT BILD erfuhr: Der Berater selbst hat seinen Klienten unter anderem bei Bayern und Barcelona angeboten! Beide Klubs haben – zumindest für diesen Sommer – abgelehnt und waren überrascht, dass ihnen ein Spieler, der ein überragendes erstes Jahr in Dortmund spielte und dort noch einen Vertrag bis 2021 besitzt, so offensiv angeboten wurde. Auch ein Essen mit Manchester Citys Trainer Pep Guardiola (46) hat es nach Informationen von SPORT BILD nie gegeben, wurde aber in Frankreich über diverse Medien gestreut. Dort hat die Finanzbehörde der Polizei zudem gerade eine Untersuchung gegen Dembélés Berater eingeleitet, weil dieser beim Transfer zum BVB zwei andere Vermittler übergangen haben soll.

Hinzu kommt: Dembélé ist angeblich enttäuscht, dass sein Förderer Thomas Tuchel gehen musste. Bereits direkt nach dessen Abschied sagte der französische Nationalspieler: „Ich bin enttäuscht, weil er ein Trainer war, der mir viel Vertrauen geschenkt hat.“

Unter Tuchel kam er in der letzten Saison zu den meisten Pflichtspiel-Einsätzen aller BVB-Spieler: 49, davon 36 in der Startelf! Ob Dembélé selbst aber überhaupt vom Vorgehen seines Beraters weiß, ist fraglich.

Allerdings ahnt (oder weiß?!) er, dass sein bester Kumpel Aubameyang, den Klub wohl noch verlassen wird, was ihm mit Sicherheit nicht gefallen würde. Dennoch stellt Zorc unmissverständlich klar: „Er spielt nächste Saison bei uns. Es gab keine Gespräche und wird auch keine geben.“

Allerdings weiß Zorc aus eigener Erfahrung, wie schmutzig es werden kann, wenn ein Spieler und/oder dessen Berater einen Wechsel forcieren wollen. So war es bereits bei Robert Lewandowski, bevor dieser 2014 nach München ging – dort blieb der BVB hart. Bei Henrikh Mkhitaryan musste man nachgeben und ihn für 42 Millionen Euro zu Manchester United ziehen lassen.

Droht nun die nächste Schlammschlacht? Bosz’ erste Aufgabe ist es, genau das zu verhindern.

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